Wie überlebe ich ein Musikfestival?

geschrieben von hau-tu am 5. Februar 2009 - Kategorie: Freizeit, Tipps

Musikfestival

Ein jeder Musik-Enthusiast steht irgendwann vor der alles entscheidenden Aufgabe, geradezu der Feuertaufe eines wahren Fans, die es gilt ohne Verlust der szeneninternen Glaubwürdigkeit zu meistern: das Festival.

Zuerst eine kurze Beschreibung für den unwissenden Leser, um was es auf so einem Festival eigentlich geht:
Je nach Größe der Veranstaltung versammeln sich Bands und Fans aus der ganzen Welt (oder eben aus der provinziellen Musiklandschaft) auf einer meist kleinen bis riesigen Fläche im Freien, um sich ein Wochenende lang dem musikalischen und alkoholischen Exzess zu widmen. Die Bands besetzen die Bühne(n), die Fans die Wiese. Richtig, keine Stühle, keine Halle, keine schicken Hotels die den Besuchern unnützen Komfort bieten würden (Klassikfestivals für die ältere Bevölkerungsschicht hiermit ausgenommen).

Auf der Wiese wird gezeltet, gefeiert, und natürlich der Musik gelauscht. Drei Tage lang.

Bevor man sich in solch ein mehrtägiges Abenteuer stürzt, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden, um diese audiophile Entjungferung heil zu überstehen. Hau-tu.de zeigt dem geneigten Leser, wie dies zu schaffen ist.

Entscheidend hierbei ist die richtige Wahl der Ausrüstung. Zelt, Isomatte und Schlafsack sind notwendig, wenn man nicht betrunken vor der Bühne einschlafen oder bei wildfremden Menschen im Zelt landen will. Unabdingbar für solch einen Konzertmarathon ist natürlich genügend Verpflegung. Wer seinen Hunger nicht drei Tage lang an Würstchenbuden stillen möchte setzt auf Konservennahrung. Gaskocher, Besteck und Ravioli eingepackt und für das leibliche Wohl ist gesorgt. Am wichtigsten ist natürlich ein großzügiger Biervorrat um entweder die Nächte durchzuhalten oder inmitten des nie endenden Lärms einschlafen zu können. Dies sind im Grunde die notwendigsten Bedarfsgüter für einen Die-Hard Festivalgänger. Neulinge sollten natürlich so Nebensächlichkeiten wie Wechselklamotten, Hygieneartikel, Campingstühle, Geld, nichtalkoholische Getränke, Toilettenpapier, Klebeband und Handy mitnehmen (die Liste lässt sich endlos weiterführen, je nachdem wie viel sich ein jeder zumutet zu tragen). Unnütze Dinge wie Wertsachen, Brillen oder teure Klamotten sind natürlich nebst Partymufflern daheim zu lassen. Sind die Sachen gepackt und im Auto verladen, die Freunde alle versammelt (nein, man geht nicht allein auf ein Festival!), kann das Abenteuer beginnen.


Die meisten Festivals bieten die Möglichkeit das Auto direkt neben dem Zeltplatz abzustellen. Um unnötige Fußmärsche Richtung Bühne zu vermeiden empfiehlt es sich möglichst früh anzureisen und den strategisch günstigsten Zeltplatz ergattern. Nach dem Aufbau des nächtlichen Rückzugortes (wie ein Zelt aufzubauen ist dürfte klar sein) kann sich nun der eigentlichen Hauptaufgabe, der Musik, gewidmet werden. Hierbei ist zu beachten: es ist meistens laut, eng und man kann lange Zeit nicht auf’s Klo gehen. Also bevor es Richtung Bühne geht sollte der Festivalneuling sich erleichtern (näheres dazu später) und beim ersten Mal am besten Oropax verwenden, dann tut’s nich’ so weh. Wichtig für Hardcore- oder Metalfestivals: Was aussieht wie eine wilde Schlägerei (Moshpit, Pogo, Circlepit, Verrückte) hat auch des öfteren entsprechende Folgen. Also bevor die rote Suppe auf den Boden tropft lieber die Sache ruhiger angehen und den Bands zuhören. Ist der erste Tag überstanden und man kommt verschwitzt ans Zelt zurück möchte man sich vielleicht der Körperhygiene zuwenden. Entweder gibt es keine Duschen oder sie sind überfüllt als auch überteuert. Der wahre Fan wäscht sich natürlich nicht, ansonsten kann auf Leitungswasser aus Flaschen zurückgegriffen werden oder, wenn auch verpönt, ist ein Besuch des nächstgelegenen Schwimmbads möglich. Dort können auch Toiletten aufgesucht werden, die in einem einwandfreien sanitären Zustand sind. Ein Dixiklo bzw. mehere Dutzend nebeneinander entwickeln im Sommer dann doch eine olfaktorisch nicht zu verneinende Ausstrahlungskraft. Soweit noch genügend Reserven vorhanden werden nach der letzten Band neue Freundschaften mit Zeltnachbarn geschlossen und die Nacht durchgefeiert. Von Tag zu Tag wird der Akku natürlich immer leerer, aber in etwa so wird ein Festivalwochenende ablaufen und solange diese Ratschläge befolgt werden überlebt man dies auch.

Habt ihr selbst schon Erfahrungen auf einem Festival gesammelt?

Ähnliche Artikel

Kommentare

  1. Luzie sagt: am 5. Februar 2009 um 20:44

    Also auf jeden Fall ein gelungener Artikel, alleine schon rhetorisch ;) Sehr hilfreich für Festival-Neulinge würde ich sagen!

  2. Alex sagt: am 5. Februar 2009 um 23:28

    Ich kann das alles nur bestätigen was ich hier lese! Festival sind echt einfach geil, allerdings sollte man sich wirklich gut vorbereiten und nur das nötigste mitnehmen :D mir ist es schon passiert dass ich meinen Schlafsack zuhause vergessen hab xD war eher weniger gut & warm ^^

  3. mani sagt: am 7. Februar 2009 um 12:19

    Super Artikel!

Kommentar schreiben

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>